Frequently Asked Questions an RIA oder auch: Ein Interview mit mir selbst

Es gibt einige Fragen, die bekomme ich immer wieder gestellt. Zeit für die Veröffentlichung eines Interviews!

Viel Freude beim Lesen!

 

RIA: Gab es Momente, in denen du an deinem neuen beruflichen Weg gezweifelt hast?

RIA: Es gab schon Zeiten, in denen es sehr viel zu tun gab, mich Dinge, besonders bürokratischer Natur, auch überforderten. Es gibt jedoch genügend Leute, die weiterhelfen. Und es ist auch schön so viel Neues zu lernen und auch das wiederrum weiterzugeben. Also so richtig gezweifelt habe ich nie. Und es überrascht mich ja selbst immer wieder, dass mir mein neues, teilweise ja auch sehr chaotisches Arbeitsleben, so liegt.

 

Du bist nicht nur als Trainerin in der Erwachsenenbildung tätig, sondern auch als Partnervermittlerin. War das ein Beruf den du schon länger angestrebt hast?

Keineswegs. Hätte mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass ich das mache, hätte ich diese Person ausgelacht. Naja und ich muss ja auch jetzt darüber schmunzeln, dass ich offiziell „Partnervermittlerin“ bin.

 

Wie wird man „offiziell“ Partnervermittlerin?

Indem die Wirtschaftskammer sagt „Für diese beiden Events müssen Sie ein Gewerbe anmelden“ (lacht). [Anm.: ja ich kann auch mit mir selbst lachen haha] Ich habe ja nicht gewusst, dass es das Gewerbe „Partnervermittlung“ gibt. Es gibt so einiges zu lernen in der Selbstständigkeit – Überraschendes, Skurriles, Langweiliges und Spannendes.

 

Wie kamst du auf die Idee, Dating Events zu organisieren?

Das hat sich so ergeben. Als ich vor einigen Jahren nach einer längeren Beziehung frisch getrennt war, war ich neugierig auf die Dating-Apps, die es in meinem vorherigen Single-Leben noch nicht gab. Ich habe zwei davon ausprobiert und fand es zwar spannend, jedoch auch sehr mühsam und zeitaufwendig, dieses Daten. Durch meine Weiterbildungen im Improvisationstheater, kam mir die Idee des Impro-Speed-Datings in den Sinn. Ich schaute mir daraufhin ein Speed-Dating an, es war langweilig und wie ein abgespultes „Fließbandprogramm“. Da erkannte ich: Hier gibt´s Bedarf für mehr Spaß!

 

Wie läuft so ein Impro-Speed-Dating ab?

Naja vom Ablauf her wie ein herkömmliches Speed-Dating. Also eine Gruppe sitzt und die andere wandert nach einer bestimmten Zeit von Tisch zu Tisch. Es gibt Datingkarten, wo eingetragen wird, wen man wiedersehen will. Bei beiderseitigen Wiedersehens-Wünschen erfahren die Teilnehmenden das danach von mir per Mail. Der Unterschied bei meinem Impro-Speed-Dating ist, dass die Leute eine Rolle spielen, die ich mir ausgedacht habe.

 

Sollte es beim Dating nicht darum gehen, die Personen selbst kennenzulernen?

Ja genau! Eben deshalb! Es ist ja so, dass beim „normalen“ Dating die Leute immer wieder das Gleiche erzählen und erzählen müssen. Von wo kommst du? Was arbeitest du? Und ich bin der Meinung, dass in der Liebe, auch bei Freundschaften und anderen sozialen Kontakten, primär der Mensch dahinter zählt und nicht die Herkunft und der Job. Wir neigen dazu, Menschen allzu oft in Schubladen zu stecken, sobald wir ein paar Eckpunkte aus deren Leben wissen. Es gibt auch die These: „Du bist mehr du, wenn du spielst.“ Die Standard-Sätze, die wir immer wieder abspulen, wenn wir neue Menschen kennenlernen, sind oft weniger authentisch, als ein spielerisches Gespräch, bei dem ja jeder weiß, dass hier gespielt wird. In zwischenmenschlichen Beziehungen laufen so viele verschiedene Prozesse ab, die dann schlussendlich Sympathie oder auch Anziehung auslösen, das gesprochene Wort ist da nur ein Teil davon, vielleicht sogar ein sehr geringer.

 

Deshalb auch die Idee des „Silent Datings“?

Ja, auch. Ursprünglich jedoch entstand die Idee durch eine Erzählung eines Freundes. Er war in New York und erzählte mir mit Begeisterung, dass er bei einem Event in einem Park war, wo fremde Leute einander lange in die Augen schauten und danach wieder getrennte Wege gingen. Ich kommentierte das Ganze zuerst mit „Das klingt weird“. Er war jedoch so euphorisch in seiner Erzählung und das gab mir zu denken. So entstand die Idee des Silent Datings. Meine Websuche ergab, dass die Bezeichnung „Silent Dating“ zwar schon existiert, jedoch nichts dazu in Wien. (Anm.: zur Geschichte, wie jemand anderes nahezu zeitgleich mit Silent Dating in Wien startete, geht´s hier).

 

Deine beiden neuen Veranstaltungen sind ein Konzert und ein Comedy/Kabarett-Programm. Wie kam es dazu?

Musik war immer schon eine Leidenschaft von mir. Im Februar bin ich das erste Mal mit Freunden bei einem Konzert als Solosängerin aufgetreten. Bei einem der beiden neu interpretierten Lieder waren Menschen zu Tränen gerührt. Das war auch sehr berührend für mich. Mein eigenes Konzert-Programm hat sich dann quasi von selbst geschrieben die letzten Monate. Ein Freund, der schon lange als Künstler arbeitet, sagte mir „Das ist Kunst, wenn es so von selbst kommt. Da bist du nur mehr das Medium, wenn es so raus muss aus dir.“ Ich lachte, aber fand es auch schön. Ich bin jetzt also auch Künstlerin. Und zum Kabarett: Es war schon letztes Jahr, da habe ich bei einer Art „Stand-up-Comedy“-Event gewonnen und dieses Jahr dann nochmal. Und ich komme ja von meinem Quellberuf aus dem Gesundheitsförderungsbereich. Sowohl die Liebe als auch der Humor, sind meiner Meinung nach die zwei größten, jedoch vielfach unterschätzen Gesundheitslieferanten.

 

Du siehst dich also immer noch als im Gesundheitsförderungsbereich tätig?

Ja klar! Alle meine Veranstaltungen haben indirekt etwas mit Gesundheitsförderung zu tun. Das ist ja auch der gemeinsame Nenner meiner Events. Sie sollen Freude machen. Und Freude hält bekanntlich gesund.

 

Klingt plausibel. Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Keine Ahnung. Sag du es mir!

 

Hast du eine multiple Persönlichkeit, weil du mit dir selbst ein Interview führst?

Weiß nicht, aber „multipel“ würde ja heißen es gibt noch mehrere außer uns zwei?

 

Da hast du Recht. Sollen wir an diesem Punkt das Interview beenden und mit den anderen was essen gehen?

Gute Idee.

 

Danke für das aufschlussreiche Gespräch.

Sehr gerne. Das Vergnügen liegt ganz auf meiner Seite.

 

Nein auf meiner…

Nein meiner…

 

Schluss mit dem Blödsinn, was werden sich die Leute denken, wenn sie das lesen!

Nicht mein Problem.

 

Meins auch nicht… Du bist echt verrückt.

Du auch! ;-P